Die wichtigsten Kosten liegen bei Ordern, Karten und Abhebungen
- Kontoführung und das Verrechnungskonto sind gebührenfrei.
- Bei Einzelorders fällt typischerweise 1 € Fremdkostenpauschale pro Trade an, zusätzlich zu Spread und möglichen Drittgebühren.
- Sparpläne in Aktien, ETFs und Kryptowährungen werden ohne Ausführungsgebühr angeboten.
- Die virtuelle Karte ist kostenlos, die Classic Card kostet einmalig 5 €, die Mirror Card 50 €.
- Bargeldabhebungen sind ab 100 € gebührenfrei, darunter berechnet Trade Republic 1 €.
- Im Ausland gilt bei Kartenzahlungen der Visa-Wechselkurs ohne zusätzliche Fremdwährungsgebühr von Trade Republic.
So setzt sich die Kostenstruktur bei Trade Republic zusammen
Ich würde die Gebühren in drei Ebenen lesen: sichtbare Ausführungsgebühren, produktbezogene Kosten und Nebenkosten beim Bezahlen oder Abheben. Trade Republic berechnet für viele Standardfunktionen kein Kontoführungsentgelt, aber bei Einzelorders fällt typischerweise 1 € Fremdkostenpauschale pro Trade an; dazu kommen Spreads und mögliche Drittkosten wie ETF- oder Produktgebühren.
| Kostenart | Typischer Betrag | Worauf du achten solltest |
|---|---|---|
| Kontoführung | 0 € | Das Verrechnungskonto ist gebührenfrei. |
| Einzelorder bei Wertpapieren | 1 € | Zusätzlich können Spread und Produktkosten anfallen. |
| Sparplan | 0 € | Die Ausführung ist kostenlos, laufende Produktkosten bleiben möglich. |
| Virtuelle Karte | 0 € | Für viele Nutzer reicht die digitale Variante völlig aus. |
| Classic Card | 5 € einmalig | Physische Karte mit Einmalkosten. |
| Mirror Card | 50 € einmalig | Deutlich teureres Kartenmodell. |
| Bargeldabhebung unter 100 € | 1 € | Zusätzlich kann der Geldautomatenbetreiber Gebühren verlangen. |
| Bargeldabhebung ab 100 € | 0 € | Nur mögliche Betreibergebühren bleiben relevant. |
| Fremdwährungszahlung mit Karte | 0 € extra | Es gilt der Visa-Wechselkurs, nicht ein zusätzlicher Aufschlag von Trade Republic. |
Die eigentliche Frage ist deshalb nicht nur, ob etwas "gebührenfrei" klingt, sondern wie teuer es im konkreten Einsatz wird. Genau dort wird der Unterschied zwischen Einzelorder und Sparplan sichtbar.
Bei Einzelorders zählt der 1-Euro-Effekt besonders bei kleinen Beträgen
Trade Republic selbst weist für den Wertpapierhandel keine klassische Orderprovision aus, sondern die 1-Euro-Pauschale pro Einzeltransaktion. Bei kleinen Ticketgrößen frisst dieser Betrag einen spürbaren Teil der Anlagesumme auf: Wer 20 € einzeln kauft, zahlt rechnerisch 5 % nur an Ausführungsgebühr, bevor Spread und Produktkosten überhaupt dazukommen.
Ein Beispiel macht das klar: Kaufst du 2 Anteile zu je 10 € und zahlst 1 € Pauschale, liegt dein Einstand nicht bei 10 €, sondern bei 10,50 € je Anteil. Genau deshalb ist der Buy-in bei Trade Republic wichtiger als der reine Kurs. Die Formel dahinter ist simpel: (Ausführungskurs x Stückzahl + 1 €) / Stückzahl.
Für größere Einmalorders wird dieser Fixbetrag relativ kleiner. Bei sehr häufigen Mini-Trades dagegen wird er schnell teuer, vor allem wenn du in volatilen Märkten mit Market Orders arbeitest und der Spread zusätzlich zieht. Ich würde deshalb gerade bei kleinen Beträgen nie nur auf den sichtbaren 1-Euro-Preis schauen.
- Kleine Orders wirken teuer, weil die Pauschale prozentual stark ins Gewicht fällt.
- Größere Orders verkraften die Gebühr besser, weil sie sich auf mehr Kapital verteilt.
- Crypto folgt derselben Logik: Auch dort spielt die 1-Euro-Pauschale bei kleinen Beträgen eine große Rolle.
- Limit-Orders helfen bei der Preisdisziplin, ersetzen aber keine Kostenkontrolle bei Spread und Produktkosten.
Wer regelmäßig investiert, sollte deshalb Sparpläne ernsthaft mitrechnen. Genau dort wird das Modell deutlich entspannter.
Sparpläne sind der klare Kostenvorteil für langfristige Anleger
Sparpläne in Aktien, ETFs und Kryptowährungen sind bei Trade Republic gebührenfrei ausführbar. Das ist der Teil des Angebots, der in der Praxis am meisten Sinn ergibt, wenn du regelmäßig kleine bis mittlere Beträge investierst und nicht jede Order einzeln bepreisen willst.
Ein Monatsplan über 25 € kostet dich bei 12 Ausführungen im Jahr sonst 12 € an Pauschalen. Beim Sparplan fallen diese Ausführungskosten nicht an. Trotzdem bleiben zwei Punkte wichtig: Erstens können bei ETFs laufende Produktkosten über die TER drinstecken. Zweitens ersetzt der Sparplan keine saubere Produktauswahl - ein günstiger Kauf ist nur dann sinnvoll, wenn der ETF oder Coin auch fachlich zu deiner Strategie passt.
Ich sehe Sparpläne deshalb als die stärkste Kostenbremse in der App, besonders für Anleger, die über Jahre Vermögen aufbauen wollen statt ständig zu taktieren. Die Hilfe von Trade Republic bestätigt diesen Punkt auch explizit: Sparpläne werden kostenlos angeboten und können jederzeit gebührenfrei angepasst oder gelöscht werden.
Wer Geld nicht investiert, sondern bewegt, trifft allerdings auf andere Preisregeln. Genau das zeigt die Karten- und Bargeldseite recht gut.
Karte, Bargeld und Fremdwährung richtig einordnen
Bei der Karte ist die Preisstruktur anders als beim Depot. Die virtuelle Karte ist kostenlos, die klassische Karte kostet einmalig 5 €, die Mirror-Karte einmalig 50 €. Für viele Nutzer reicht die virtuelle Variante völlig aus; wer eine physische Karte braucht, bezahlt also vor allem für den Komfort.
Bei Bargeldabhebungen gilt: ab 100 € erhebt Trade Republic keine Gebühr, darunter fallen 1 € an. Die Support-Seite weist außerdem darauf hin, dass einzelne Geldautomaten selbst noch eine Betreibergebühr verlangen können. Das ist der typische Stolperstein, weil die Plattform frei sein kann, der Automat aber trotzdem kassiert.
Im Ausland wird die Karte zum Visa-Wechselkurs umgerechnet, ohne zusätzliche Fremdwährungsgebühr von Trade Republic. Das ist ein echter Pluspunkt für Reisen, aber ich würde trotzdem immer auf den angezeigten Kurs in der App schauen, weil der Wechselkurs den realen Betrag stärker beeinflusst als eine kleingedruckte Prozentgebühr.
Wenn du die Karte regelmäßig nutzt, kann Saveback einen Teil der Ausgaben wieder ausgleichen. Für die Kostenrechnung bleibt aber entscheidend, dass du Abhebungen, Fremdwährungen und Kartenmodell sauber trennst. Die wirklich teuren Überraschungen liegen aber meist nicht in der Kartenübersicht, sondern in den indirekten Kosten beim Handel selbst.
Diese versteckten Kosten drücken stärker auf die Rendite als die App selbst
Die häufigsten Missverständnisse entstehen nicht bei der App-Gebühr, sondern bei den Kosten, die in der Ausführung oder im Produkt selbst stecken. Dazu gehören Spreads - also die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs -, laufende ETF-Kosten sowie mögliche Produktkosten bei Derivaten. Trade Republic weist diese Posten nicht immer als separate Rechnung aus, sie wirken aber direkt auf deine Rendite.
Gerade bei Krypto solltest du zusätzlich die Steuerseite sauber trennen: Gewinne werden in Deutschland nicht automatisch abgeführt, und Trade Republic stellt dafür einen eigenen Jahresreport bereit. Das ist keine Plattformgebühr, aber es ist ein echter Praxisfaktor, weil die Nettorendite sonst schnell falsch eingeschätzt wird.
Auch die App-Bewertung selbst kann täuschen. Ein Trade mit niedriger Ordergebühr ist nicht automatisch günstig, wenn der Spread groß ist oder du ein Produkt mit laufenden Kosten kaufst. In illiquiden Märkten oder bei hektischen Marktphasen kann der Kursunterschied am Ende mehr kosten als die sichtbare Gebühr.
Wer diese Punkte nicht mitrechnet, vergleicht nur die Oberfläche. Für eine ehrliche Kostenanalyse muss man immer auf den Gesamtpreis schauen, nicht nur auf die einzelne Zeile im Order-Dialog.
Wie ich die realen Kosten vor dem Kauf prüfe
Mein pragmatischer Ablauf ist einfach: Ich prüfe zuerst, ob eine Einzelorder wirklich nötig ist oder ob ein Sparplan dieselbe Funktion günstiger erfüllt. Danach schaue ich auf die drei Kostentreiber 1-Euro-Pauschale, Spread und Produktkosten. Erst wenn diese Basis stimmt, entscheide ich über Ordertyp und Betrag.
- Ich rechne die Fixkosten pro Trade gegen die geplante Ordergröße.
- Ich prüfe bei ETFs die laufenden Produktkosten über die TER.
- Ich achte bei kleineren Beträgen auf den Buy-in, weil dort die Pauschale pro Anteil stärker wirkt.
- Ich bewerte bei Kartennutzung, ob Abhebung, Fremdwährung oder ATM-Gebühr dazukommen.
- Ich öffne den Kostenbericht in der App, wenn ich einen Auftrag genauer nachvollziehen will.
Genau diese Perspektive hilft bei der Entscheidung: Für regelmäßiges Investieren ist Trade Republic meistens sehr günstig, für viele kleine Einzeltrades oder häufige Barabhebungen kann es spürbar teurer werden. Wer das vorher sauber durchrechnet, nutzt die Plattform deutlich effizienter und vermeidet die typischen Kostenfehler, die erst Monate später auffallen.
